Trockenheit: Ernteausfall möglich

Die Pflanzen ragen nur wenige Zentimeter aus dem trockenen Boden (Quelle: ORF)

Es staubt gewaltig, wenn Hermann Dam mit dem Traktor über seine Weizenfelder fährt. Nur wenige Zentimeter ragen die Pflanzen aus dem viel zu trockenen Erdreich. So eine Dürreperiode hat der Landwirt aus Absdorf im Weinviertel schon lange nicht mehr erlebt.

Landwirt: „Die Pflanzen warten auf Regen“

Schon im November und Dezember hat es nicht geregnet. Jänner, Februar und März waren genauso trocken. Das wirkt sich auf den Pflanzenwuchs aus, erklärt Hermann Dam. „Ich hab da eine Pflanze mit, die sollte doppelt so groß sein und ein kräftiges Wurzelsystem haben, das ist aber leider aufgrund des Wassermangels nicht möglich.“ Somit sei es der Pflanze auch nicht möglich, Nährstoffe, die im Boden vorhanden sind, aufzunehmen. „Die Weizenpflanze kümmert vor sich hin und wartet dringend auf den Regen“, so der Landwirt.

Nächste Anbauphase beginnt bald

Es geht auch um die nächste Anbauphase. In den kommenden Wochen werden Zuckerrübe, Sommergerste, Mais, Sojabohnen und Kartoffeln angebaut. Die frische Saat braucht gerade zu Beginn dringend Wasser. Jetzt werden die ersten Körner quasi in den Staub hineingelegt, weil die ersten zehn Zentimeter des Bodens ausgetrocknet sind, sagt Dam. „Je länger die Saatkörner im Boden liegen, desto schwächer wird die Wuchskraft.“

Pflanzen legen Wachstumsstopp ein

Auch Landwirt Hannes Zehetner aus Stetten im Weinviertel wartet auf den Regen. Auf seinen Weizenfeldern sieht man bereits Trockenschäden, viele Pflanzen haben gelbe Blätter. Zehetner spricht von einer Katastrophe: „Die Bestände sollten in diesem Jahreszeitraum sehr saftig grün ausschauen, das sind sie überhaupt nicht. Und genau aus diesem Grund wird die Pflanze momentan einen Wachstumsstopp einlegen, nicht weiter wachsen und sich nicht weiter entwickeln."

Viele Schäden sind wahrscheinlich nicht mehr zu reparieren. Landwirt Hermann Dam ist sicher, dass es heuer Einbußen geben wird. „Weizen wird keinen Höchstertrag mehr bringen, also da sind Schäden sicher schon zu verzeichnen. Aber wenn gut entwickelte Bestände in spätestens zwei Wochen einen ausgiebigen Regen bekommen, dann kann man, glaube ich, noch davon reden, dass wir mit einem blauen Auge davonkommen.“

Bis zu 80 Prozent weniger Niederschlag

Bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte in Wien wurde die aktuelle Trockenperiode für Niederösterreich analysiert. Seit Anfang Dezember fielen nur 20 bis 50 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags. Große Teile Niederösterreichs seien betroffen, sagt Johanna Oberzaucher von der ZAMG. „Begünstigt ist der Süden, das Industrieviertel. In Schöngrabern (Bezirk Hollabrunn) etwa hat es seit Anfang Dezember tatsächlich nur 19 Millimeter geregnet“, so Oberzaucher. Neben Schöngrabern war es in den Leiser Bergen im Weinviertel und in Melk an der Donau am trockensten in diesem Winter in Niederösterreich. Das soll sich ändern, die Meteorologen kündigten bereits Regen an. Ob der Niederschlag ergiebig sein wird, wird sich zeigen.

Vergangenes Jahr ist durch die Dürre in der niederösterreichischen Landwirtschaft übrigens einen Gesamtschaden von fünf Millionen Euro entstanden, so die Niederösterreichische Hagelversicherung. Besonders die Monate Juli und August waren sehr trocken, heißt es.

 

Quelle: ORF 21.03.2014

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