DER WINZER

Innovatives Bewässerungssystem: Unterflurbewässerung

Gründe für eine ressourcenschonende Bewässerung gibt es in Zeiten des Klimawandels viele. Mit einer Unterflurbewässerung beträgt das Einsparpotenzial bis zu 50 %, so die Aussagen der Firmen Hydrip und Rabmer bei einem Seminar Anfang März im LFZ Klosterneuburg.
Beim Einbau dieser Art der Bewässerung wird um den Schlauch ein Bodenhilfsstoff eingebracht. Dadurch ergibt sich neben dem Vorteil der Wasserersparnis (keine  Verdunstung, keine Verschlämmung) ein breiteres Wurzelwachstum. Zudem sinkt die Gefahr, dass die Löcher in den Leitungen von den Rebwurzeln verstopft werden. Bei entsprechender Wartung, gehen die Hersteller von einer Nutzungsdauer der Leitungen bis zu 20 Jahren aus. Die Kosten der Anlagen werden mit etwa 8.000 €/ha angegeben. Die Mehrkosten im Vergleich zur konventionellen Oberflur-Tropfbewässerung ergeben sich durch die Erdverlegung der Leitungen und Einbringung des wichtigen Bodenhilfsstoffes. Im Gegenzug sind jedoch die jährlichen Betriebskosten deutlich geringer.
Erste Anlagen im Weinbau hat die Firma Hydrip bereits in Portugal installiert, in Österreich erfolgte die Verlegung einer  Anlage in Kooperation mit der Firma Rabmer beim Weingut Jurtschitsch. Alwin Jurtschitsch berichtete über seine langjährigen Erfahrungen mit den verschiedenen Bewässerungssystemen. Er sieht im neuen HYDRIP®-System den Vorteil, dass Wasser direkt in den Boden eingebracht werden kann, um dort neben dem Effekt der Wasserversorgung vor allem auch Organismen und Humus am Leben zu erhalten. Zudem sollen auf diesem Weg Kompost-Tees mit Mikroorganismen  direkt in den Boden gebracht werden. Dies stellt zusätzlich zur effizienten Bewässerung einen wesentlichen Mehrwert dar, da bei direkter Ausbringung von Humus und Mikroorganismen auf die Oberfläche UV-Licht abtötend wirkt.
Neben der aktuellen Förderung von Bewässerungen im Rahmen der Umstellungsförderung sind auch aus der Säule II nunmehr Fördergelder zu erwarten. Dies trifft den Bereich der gemeinsamen Versorgung, sprich die Infrastruktur der Bewässerung die mehrere Betriebe gemeinsam erschließen.
Infos: www.hydrip.at

Quelle: Der Winzer, 04/2014

 

 

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